Ein stagnierendes Kerngeschäft im Wandel.
Das Unternehmen hatte sich über Jahrzehnte eine starke Position im dermatologischen Markt erarbeitet. Topische Präparate, ergänzt durch ein OTC-nahes Sortiment in der Hautpflege, bildeten das Rückgrat eines stabilen Portfolios. Die Beziehungen zu niedergelassenen Dermatologen waren über den Außendienst gepflegt, die wissenschaftliche Kommunikation beschränkte sich auf regionale Fortbildungsveranstaltungen und Produktschulungen.
Doch die dermatologische Behandlungslandschaft hatte sich fundamental verändert. Seit der Einführung der ersten Biologika im Jahr 2004 war ein Paradigmenwechsel im Gange, der sich mit jeder neuen Zulassung beschleunigte. Die aktualisierte S3-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) empfiehlt Biologika wie Dupilumab und Tralokinumab sowie JAK-Inhibitoren wie Upadacitinib und Abrocitinib inzwischen mit höchster Empfehlungsstärke für die Systemtherapie der mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis. Die DDG bewertet beide Therapieklassen als gleichwertig. Verordner migrierten bei chronisch-entzündlichen Indikationen zunehmend zu diesen neuen Optionen. Die Konsequenz: Das bestehende Kerngeschäft stagnierte, und die Pipeline-Investitionen in eigene Systemtherapie-Projekte erforderten eine Medical-Affairs-Kompetenz, die intern nicht vorhanden war.
Der bisherige Medical Advisor hatte das Unternehmen verlassen. Er war ein erfahrener Fachmann für das bestehende Portfolio, hatte aber weder Erfahrung mit innovativen Systemtherapien noch mit den spezifischen Anforderungen der AMNOG-Nutzenbewertung in der Dermatologie. ANDRIS Consulting wurde als spezialisierte Personalberatung für Pharma mandatiert, um einen Medical Advisor zu finden, der diesen strategischen Übergang verantworten konnte.