Wirksam, aber emotionslos.
Ein mittelständisches deutsches Pharmaunternehmen mit einem etablierten Portfolio pflanzlicher und chemisch-definierter OTC-Arzneimittel. Mehrere Traditionsmarken mit hoher Apothekerbekanntheit, aber stagnierendem Endverbraucherabsatz. Vertrieb über Apothekenaußendienst und zunehmend über den Versandhandel. Über 500 Mitarbeiter.
Das Unternehmen verfügte über Marken mit jahrzehntelanger Marktpräsenz und nachgewiesener Wirksamkeit. Die Marketingkommunikation war vollständig auf wissenschaftliche Evidenz ausgerichtet. Packungsbeilagen-Logik dominierte Kampagnen und POS-Materialien. Die Sprache richtete sich an den Apotheker als Gatekeeper, nicht an den Endverbraucher als Entscheider.
Gleichzeitig gewannen neue D2C-Marken aus dem Nahrungsergänzungsmittel-Segment mit emotionaler Ansprache und aggressivem Performance Marketing massiv Marktanteile. Diese Marken operierten mit einem Bruchteil der klinischen Evidenz, übertrafen aber die Traditionsmarken in Sichtbarkeit, digitaler Reichweite und Markenbindung.
Die bestehende Marketingleitung kam aus dem klassischen Pharma-Umfeld. Regulatorische Sicherheit war einwandfrei. Impulse zur emotionalen Markenführung, digitalen Aktivierung und kanalübergreifenden Kampagnensteuerung fehlten jedoch vollständig. Die Geschäftsführung erkannte, dass das Problem nicht im Produkt lag, sondern in der Art, wie es kommuniziert wurde.