Atlas der Pharma-Märkte · Die Perspektive der Zeit · Pharma und Life Sciences · DACH

Interim Management. Führung auf Zeit. Pharma und Life Sciences.

Interim Management
Interim-Management-Markt DACH 2024 3,09 Mrd € Interim-Management-Markt Deutschland 2024 2,625 Mrd € Tagessatz Interim Manager Ø 2024 1.302 € Vakanzzeit reguläre Besetzung ~ 160 Tage Nicht besetzbare offene Pharma-Stellen jede 4. Return je investiertem Interim-Euro 5,82 € Typische Mandatsdauer 6 bis 12 Monate Interim-Management-Markt DACH 2024 3,09 Mrd € Interim-Management-Markt Deutschland 2024 2,625 Mrd € Tagessatz Interim Manager Ø 2024 1.302 € Vakanzzeit reguläre Besetzung ~ 160 Tage Nicht besetzbare offene Pharma-Stellen jede 4. Return je investiertem Interim-Euro 5,82 € Typische Mandatsdauer 6 bis 12 Monate

ANDRIS Consulting ist die Boutique für Interim Management in Pharma und Life Sciences: Führung auf Zeit, aus München.

Kontakt für Unternehmen und Investoren

Rund 160 Tage dauert es, eine qualifizierte Stelle regulär zu besetzen. Eine Inspektion, ein Carve-out oder der Ausfall einer Schlüsselfunktion wartet keinen einzigen davon. Interim Management beschafft die knappste Ressource der Pharmaindustrie: Zeit.

01 / Auftrag

Führung auf Zeit ist ein Präzisionsthema.

Diese Seite ist kein fünfter Markt. Sie ist die zweite Perspektive auf dieselben vier Märkte, Rx Specialty, OTC, Generika, CDMO: die Perspektive der Zeit. Sie richtet sich an Pharma- und Life-Sciences-Unternehmen, CDMOs und Investoren im DACH-Raum, bei denen eine Schlüsselfunktion jetzt besetzt sein muss, nicht in sechs Monaten. Wir vermitteln Interim Manager für genau diese Situationen: Werksleitung, Qualität, Sachkundige Person, Produktion, Supply Chain, Technik, Geschäftsführung, Transformation.

Der Weg dorthin ist bewusst kurz: ein Gespräch über die Einsatzlage, danach wenige passende Profile aus persönlicher Kenntnis, Diskretion in beide Richtungen und ein Ansprechpartner, der das Mandat selbst führt. Boutique, auch auf Zeit.

Der Anlass ist fast immer derselbe: Zeit. Die reguläre Besetzung einer qualifizierten Stelle dauert laut Bundesagentur für Arbeit im Schnitt rund 160 Tage. Eine Chargenfreigabe, eine Inspektionsauflage oder ein Carve-out wartet nicht so lange. Der Rest dieser Seite zeigt, was das kostet, was rechtlich gilt und wie sich die Lücke schließen lässt.

02 / Definition

Was Interim Management ist. Und was nicht.

Interim Management ist der befristete Einsatz externer Führungskräfte, so nüchtern definiert es die Dachgesellschaft DDIM. Dahinter steht etwas sehr Konkretes: Eine erfahrene Führungskraft übernimmt operative Linien- oder Führungsverantwortung, mit klarem Auftrag und definiertem Ende. Sie macht selbst, statt zu empfehlen. Das unterscheidet sie vom Unternehmensberater.

Vom überlassenen Arbeitnehmer unterscheidet sie der Status. Beim Interim-Dienstvertrag bestimmt der Manager Arbeitszeit, Einsatzort und Vorgehen im Rahmen des Auftrags selbst und bleibt selbständiger Unternehmer. Arbeitnehmerüberlassung bedeutet dagegen befristete Anstellung, übertragenes Weisungsrecht und Eingliederung in die Organisation, mit Erlaubnispflicht nach dem AÜG. Die Grenze ist keine Formalie, sie entscheidet über Sozialversicherung, Haftung und Compliance (mehr dazu in Abschnitt 09).

Am Markt existieren drei Vertragswege: der direkte Dienstvertrag zwischen Unternehmen und Interim Manager, das Providermodell mit zwischengeschaltetem Vertragspartner und das Vermittlungsmodell, bei dem der Vertrag direkt zustande kommt und der Vermittler Auswahl und Anbahnung verantwortet. Wir arbeiten im Vermittlungsmodell: Der Dienstvertrag kommt direkt zwischen Ihnen und dem Interim Manager zustande, wir erhalten eine einmalige Finding Fee. Der Tagessatz gehört dem Manager, ohne laufende Marge dazwischen.

Direkter Dienstvertrag Providermodell Vermittlungsmodell
03 / Markt

Drei Milliarden Euro, nüchtern vermessen.

Der Interim-Management-Markt in Deutschland lag 2024 laut DDIM Marktstudie 2025 bei 2,625 Milliarden Euro, unter der Prognose von 2,9 Milliarden; für 2025 erwartete der Verband rund 2,7 Milliarden Euro. Die AIMP-Marktstudie 2024/25, die den gesamten DACH-Raum vermisst, kommt auf 3,09 Milliarden Euro: Deutschland 2,4 Milliarden, Schweiz 400 Millionen, Österreich 260 Millionen. Dass die Werte differieren, liegt an Erhebungsjahr und Zuschnitt, nicht an einem Widerspruch: DDIM misst Deutschland, AIMP den gesamten DACH-Raum.

Die Anbieterseite: rund 12.000 aktive Interim Manager in Deutschland (DDIM), 16.700 im DACH-Raum (AIMP). Die Einsatzgründe verteilen sich laut EO Report 2025 (1.671 Befragte) auf Change Management mit 31,2 Prozent, Krisenmanagement mit 13,8 Prozent und die temporäre Ergänzung des Führungsteams mit 13,5 Prozent. Die Auslastung liegt je nach Studie zwischen 134 und 172 Einsatztagen pro Jahr; etwa die Hälfte der Mandate dauert sechs bis zwölf Monate.

Und eine Zahl, die es nicht gibt: Einen separaten Pharma-Anteil weist keine der Studien aus. Wir erfinden ihn nicht, wir sagen es dazu.

3,09 Mrd
EUR Marktvolumen Interim Management DACH 2024 (AIMP)
2,625 Mrd
EUR Marktvolumen Deutschland 2024 (DDIM)
16.700
Interim Manager im DACH-Raum (AIMP 2024/25)
31,2 %
der Einsätze sind Change Management, häufigster Grund (EO Report 2025)
04 / Nachfrage

Vier Treiber, ein Muster.

Erstens: der Fachkräftemangel

Das IW-Gutachten im Auftrag des vfa (Oktober 2024) kommt zu einem klaren Befund: Jede vierte offene Stelle in der Pharmaindustrie kann nicht besetzt werden. 2023 standen 2.638 offenen Stellen rechnerisch 669 ohne passend qualifizierte Bewerber gegenüber; bundesweit fehlten rund 176.000 Fachkräfte in pharmarelevanten Berufen, in der Produktion blieb ein Drittel der Stellen unbesetzt. Die Lücken ballen sich dort, wo die Industrie sitzt: Rhein-Main und Oberbayern mit je über 12.200 fehlenden Fachkräften. Wenn eine Führungs- oder Expertenposition dauerhaft nicht regulär besetzbar ist, wird Interim vom Notbehelf zum Planungsinstrument.

Zweitens: die Restrukturierung

Der Umbau der Branche ist real und dokumentiert. Bayer reduzierte die Belegschaft zwischen Juni 2023 und Ende 2024 von 102.048 auf 92.815, der Abbau trifft laut Konzernangaben vor allem Führungsebenen, und der Standort Frankfurt am Main wird bis Ende 2028 geschlossen, mit rund 500 Betroffenen in Produktion und Forschung. Jede dieser Bewegungen erzeugt Übergangssituationen: Transformationsprogramme, Carve-outs, Werksschließungen, Wissenssicherung. Genau dort werden erfahrene Führungskräfte auf Zeit gebraucht, die so etwas schon einmal geführt haben.

Drittens: die Regulatorik

Der neue EU-GMP Annex 1 ist seit dem 25. August 2023 verbindlich, von 16 auf 58 Seiten erweitert, mit der Contamination Control Strategy als Kernstück. Eine unvollständige oder nur statisch dokumentierte CCS wird bei Inspektionen als Major Deficiency eingestuft und kann die Betriebserlaubnis steriler Linien gefährden. Dazu der Dauerdruck der Lieferengpässe: Ende 2022 waren rund 300 Medikamente knapp, im Oktober 2023 über 500 (BfArM-Liste); in einer Pro-Generika-Befragung 2024 gaben 78 Prozent der Mitglieder an, sich wegen der Vorratslagerungspflicht aus Märkten zurückzuziehen. Remediation, CSV, Nitrosamin-Prüfungen: Der Bedarf an QA-, QC- und Engineering-Expertise entsteht kurzfristig und duldet keine 160 Tage Vakanz.

Viertens: die Konsolidierung

Der CDMO-Markt, geschätzt rund 199 Milliarden US-Dollar schwer, sortiert sich neu. Der größte Deal: Novo Holdings schloss im Dezember 2024 die Übernahme von Catalent ab, rund 16,5 Milliarden US-Dollar Enterprise Value, parallel gingen drei Fill-Finish-Standorte für 11 Milliarden US-Dollar an Novo Nordisk. Jede Integration, jeder Carve-out, jeder Kapazitätsaufbau braucht Führung, bevor die Dauerorganisation steht. Das ist die Stunde des Interim Managements.

jede 4.
offene Pharma-Stelle war 2023 rechnerisch nicht besetzbar (IW im Auftrag des vfa)
176.000
fehlende Fachkräfte in pharmarelevanten Berufen 2023 (IW)
58
Seiten EU-GMP Annex 1 seit 2023, vorher 16; CCS als Inspektionsschwerpunkt
16,5 Mrd
USD Enterprise Value der Catalent-Übernahme durch Novo Holdings (2024)
05 / Rollen

Die Rollen, die auf Zeit tragen.

Interim-Bedarf in Pharma entsteht an zwei Stellen: dort, wo eine Vakanz sofort Freigabe, Lieferfähigkeit oder Betriebserlaubnis berührt, und dort, wo eine Übergangssituation Führung braucht, bevor die Dauerorganisation steht. Danach ordnen wir die Rollen, nicht nach Organigramm.

Werk und Qualität
Freigabe und Betrieb.
  • Werksleiter / Site Head

    Führt Standort und Betriebserlaubnis durch Inspektion, Umbau oder Eigentümerwechsel. GMP-Verantwortung vom ersten Tag.

  • Sachkundige Person (QP) nach § 14 AMG

    Chargenfreigabe mit behördlicher Benennung. Die Funktion, deren Vakanz die Lieferfähigkeit direkt stoppt (Details in Abschnitt 06).

  • QA- und QC-Leitung

    Qualitätssystem, Abweichungen, CAPA, Inspektionsvorbereitung. Nach kritischen Findings die erste Adresse für Remediation.

  • Herstellungs- und Kontrollleiter nach AMWHV

    Die neben der QP unverzichtbaren Funktionen der Herstellungserlaubnis, auch sie interimistisch besetzbar.

  • Produktionsleiter

    Hält Output, Termintreue und Schichtsystem, während die Organisation sich neu sortiert.

  • Technik / Engineering

    Qualifizierung, Validierung, CSV, Anlagenprojekte, Annex-1-Nachrüstung.

  • Supply Chain

    Lieferfähigkeit unter Engpassbedingungen: Planung, Bestände, Priorisierung.

Führung und Markt
Steuerung und Übergang.
  • Geschäftsführer / CEO auf Zeit

    Führt durch Carve-out, Nachfolge oder Krise, bis die Dauerbesetzung steht.

  • CFO auf Zeit

    Reporting, Liquidität, Bankenkommunikation, Carve-out-Finanzen.

  • Transformations- / Integrationsmanager

    Post-Merger-Integration, Werksverlagerung, Programmleitung mit klarem Endtermin.

  • Kommerzielle Führung / Launch-Management

    Vertriebsleitung und Launches, wenn das Zeitfenster nicht auf die Festbesetzung wartet.

06 / Sachkundige Person

Interim QP: möglich. Unter Bedingungen.

Kaum eine Funktion zeigt die Besonderheit des Pharma-Interim-Markts so deutlich wie die Sachkundige Person nach § 14 AMG: persönliche Verantwortung für jede freigegebene Charge, formale Qualifikations- und Benennungspflichten, kein Raum für Improvisation. Wer hier vermittelt, muss die Rechtslage kennen, nicht ungefähr, sondern genau.

Die Qualifikation ist gesetzlich fixiert

§ 15 AMG verlangt die Approbation als Apotheker oder ein mindestens vierjähriges Hochschulstudium der Pharmazie, Chemie, pharmazeutischen Chemie und Technologie, Biologie, Human- oder Veterinärmedizin, dazu mindestens zwei Jahre praktische Tätigkeit in der qualitativen und quantitativen Arzneimittelanalyse; Nicht-Apotheker weisen zusätzlich definierte Fächerkenntnisse nach. Nach § 19 AMG verantwortet die QP, dass jede Charge vorschriftsgemäß hergestellt und geprüft wurde, und bescheinigt dies in einem fortlaufenden Register.

Interimistisch: ja, mit Benennung

Externe beziehungsweise beauftragte QPs sind marktüblich; Dienstleister bieten Chargenfreigaben flexibel an, teils unter eigener Herstellungserlaubnis nach § 13 AMG. Zwei Dinge sind dabei unverhandelbar. Erstens die behördliche Benennung: Die Sachkenntnis muss gegenüber der zuständigen Behörde nachgewiesen und die Person benannt sein, bevor freigegeben wird; § 15 Absatz 6 AMG erleichtert immerhin den Wechsel zwischen Zuständigkeitsbereichen. Zweitens die Unteilbarkeit der Verantwortung: Die Chargenzertifizierung nach EU-GMP Annex 16 ist persönliche Aufgabe der QP und kann nur an eine andere Sachkundige Person delegiert werden, nie an Nicht-QPs.

Daneben bleiben die Leitung der Herstellung und die Leitung der Qualitätskontrolle nach AMWHV eigenständige, unverzichtbare Funktionen, und im Großhandel gilt die verantwortliche Person nach § 52a AMG, für die der Gesetzgeber bewusst keinen bestimmten Abschluss vorschreibt, sondern die erforderliche Sachkenntnis. Kurz: Eine Interim QP ist machbar, aber nur formal sauber. Qualifikationsnachweise, Benennung, Vertretungsregeln und Registerführung gehören vor den ersten Einsatztag, nicht danach.

§ 14 AMG § 15 AMG § 19 AMG EU-GMP Annex 16 AMWHV § 52a AMG
07 / Zeitrechnung

160 Tage.
Keine Option.

Rund 160 Tage vergehen im Schnitt, bis eine qualifizierte Stelle regulär besetzt ist, sagt die Bundesagentur für Arbeit; Anfang 2025 waren es zeitweise 180. Eine Chargenfreigabe, eine Inspektionsauflage oder ein Carve-out kann so lange nicht warten. Ein Interim Manager übernimmt in Tagen bis wenigen Wochen, wenn das Netzwerk stimmt. Die 160 Tage sind amtlich. Der Rest ist Handwerk.

Tag null
Ausfall, Inspektionsauflage oder Carve-out: die Lücke ist offen
Startpunkt
Interim: längst im Einsatz
Gestartet nach Tagen, eingearbeitet nach Wochen; die reguläre Suche läuft noch
Tage bis Wochen
Der Markt dahinter
Über 387.000 qualifizierte Stellen offen, im Schnitt 160 Tage unbesetzt (März 2025)
Marktumfeld
Ø Vakanzzeit
Rund 160 Tage bis zur regulären Besetzung, Anfang 2025 zeitweise 180 (Bundesagentur für Arbeit; Stepstone)
Amtliche Statistik
08 / Ökonomie

Der Abstand beträgt einen Euro.

Zwei Zahlen, nebeneinandergelegt. Der durchschnittliche Tagessatz eines Interim Managers lag 2024 laut DDIM bei 1.302 Euro. Der reale Tageskostensatz eines festangestellten Senior Managers mit 120.000 Euro Bruttojahresgehalt liegt nach der DDIM-Vollkostenrechnung bei 1.301 Euro: rund 247.000 Euro Gesamtkosten im Jahr, verteilt auf 190 produktive Tage. Der Abstand zwischen beiden Zahlen beträgt einen Euro. Die Rechnungen haben unterschiedliche Grundlagen, ein Marktdurchschnitt hier, eine Modellrechnung dort, aber sie räumen mit dem Reflex auf, Interim sei die teure Ausnahme.

Vollständig gerechnet: Der Interim-Tagessatz liegt nach Marktdaten 30 bis 60 Prozent über dem rechnerischen Tageskostensatz, trägt dafür aber soziale Absicherung, Ausfallzeiten, Weiterbildung und Akquisition selbst. Bei der Festanstellung kommen der Onboarding-Verlust der ersten drei bis sechs Monate, Vermittlungskosten von 25 bis 35 Prozent des Zieljahresgehalts und das Fehlbesetzungsrisiko einer langfristigen Bindung hinzu. Und die Vakanz selbst kostet, jeden Tag: Was unbesetzte Schlüsselpositionen in Pharma anrichten, beziffert unsere Analyse zur ökonomischen Tragweite: Umsatzeinbußen in Millionenhöhe.

Der Ertrag: Die Heuse-Studienreihe, eine Befragung von über 900 Interim Managern, beziffert den Return on Interim Management auf 5,82 Euro je investiertem Euro; 14 Prozent der Projekte erreichen mehr als das Zehnfache. Herausgeber ist ein Anbieter, die Methodik ist langjährig dokumentiert. Wir ordnen die Zahl deshalb als Richtwert ein, nicht als Gesetz.

Und unser eigenes Preisschild, der Vollständigkeit halber: Im Providermodell ist ein laufender Aufschlag von 25 bis 35 Prozent auf den Tagessatz marktüblich (AIMP); in einem dokumentierten Rechenbeispiel zahlt der Kunde 1.200 Euro pro Tag, 900 Euro erreichen den Manager. Das ist legitim, es finanziert Begleitung und Infrastruktur. Wir arbeiten anders: eine einmalige Finding Fee für die Vermittlung, der Tagessatz wird offen zwischen Ihnen und dem Manager vereinbart und bleibt ungeteilt. Keine versteckte Marge, keine laufende Provision. Sie sehen die echten Kosten, der Manager behält seinen vollen Satz.

Studie Raum Tagessatz Ø Erhebung
DDIM Marktstudie 2025 Deutschland 1.302 € Prognose 2025: 1.326 € 2024
AIMP Marktstudie 2024/25 Deutschland 1.338 € 2024/25
AIMP Marktstudie 2024/25 Österreich 1.282 € 2024/25
AIMP Marktstudie 2024/25 Schweiz 1.712 € 2024/25
Ludwig Heuse Studie 2024 Deutschland 1.219 € Höchstwert der Studienreihe 2024
EO Interim Management Report 2025 International 1.032,50 € 2025

Pharma-spezifische Tagessätze weist keine der Studien separat aus. Regulierte Schlüsselrollen, etwa Sachkundige Person oder Werksleitung, liegen erfahrungsgemäß am oberen Ende des Korridors. Marktübliche Daumenregel: rund 1 Prozent des Bruttojahresgehalts einer vergleichbaren Festanstellung pro Einsatztag.

1.302 €
Tagessatz Interim Manager Ø 2024 (DDIM)
1.301 €
realer Tagessatz eines Festangestellten laut DDIM-Vollkostenrechnung
247.000 €
Vollkosten p. a. bei 120.000 € Bruttojahresgehalt (DDIM-Beispiel)
5,82 €
Return je investiertem Euro, RoIM (Heuse, über 900 Befragte)
09 / Rechtsrahmen

Selbständig heißt selbständig.

Der Status des Interim Managers ist kein Etikett, sondern Ergebnis der gelebten Praxis. Die Gesamtwürdigung nach § 7 SGB IV fragt: Weisungsgebundenheit in Zeit, Ort und Art der Tätigkeit? Eingliederung in die Betriebsorganisation? Unternehmerisches Auftreten mit mehreren Auftraggebern? Eigenes wirtschaftliches Risiko? Professionelle Mandate mit Projektcharakter, zeitlicher Begrenzung und Gestaltungsfreiheit sprechen in der Regel für echte Selbständigkeit. Kritisch wird die reine Dauer-Vakanzüberbrückung, wenn ein Externer exakt dieselbe Linienfunktion füllt wie Vorgänger und Nachfolger; darauf weist die DDIM ausdrücklich hin.

Die Werkzeuge dazu sind vorhanden. Das Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund liefert seit der Reform 2022 auf Wunsch eine Prognoseentscheidung vor Tätigkeitsbeginn und Gruppenfeststellungen für gleichartige Verträge. Zugleich hat das Bundessozialgericht die Prüfung 2024 branchenübergreifend verschärft: Weder ein hoher Tagessatz noch eine GmbH-Konstruktion schützen für sich genommen. Eine diskutierte Übergangsregelung (§ 127 SGB IV) soll gutgläubige Auftraggeber entlasten, ist aber Stand heute Gesetzgebungsdebatte, nicht geltendes Recht.

Und die Grenze zur Arbeitnehmerüberlassung: Seit der AÜG-Reform 2017 sind Scheindienstverträge sanktioniert; wird Weisungsrecht faktisch übertragen und die Person eingegliedert, liegt Überlassung vor, mit Erlaubnispflicht und der Fiktion eines Arbeitsverhältnisses als Sanktion. Für Auftraggeber heißt das schlicht: Vertragsmodell und Einsatzrealität müssen übereinstimmen. Wir sprechen das in der Anbahnung offen an, benennen die Grenzen und empfehlen, wo nötig, spezialisierte Rechtsberatung, statt eine Rechtssicherheit zu versprechen, die seriös niemand versprechen kann.

10 / Boutique

Sie sprechen mit dem, der sucht.

Das Modell ist bewusst klein: wenige Mandate parallel, jedes durchgehend in einer Hand. Sie schildern die Einsatzlage einmal, nicht dreimal. Die Vorschläge kommen aus dem Pharma-Netzwerk, das wir im Executive Search seit Jahren pflegen, von der Geschäftsführung bis in Site-Head- und Quality-Rollen. Wir schlagen nur vor, wen wir kennen, und sagen es offen, wenn wir die Richtigen gerade nicht haben.

Der zweite Vorteil ist die Brücke: Interim und Executive Search aus einer Hand. Die Interim-Besetzung hält den Betrieb, die Suche nach der Dauerlösung läuft parallel, die dokumentierte Übergabe ist Teil des Auftrags. So wird aus der Überbrückung keine Dauerabhängigkeit und aus der Dringlichkeit kein schlechter Kompromiss.

Die Grundlage bleiben die vier Märkte: Rx Specialty, OTC und Consumer Health, Generika und Biosimilars, CDMO und GMP. Wer die kommerzielle und regulatorische Mechanik dieser Subsegmente kennt, erkennt schneller, welches Profil eine Einsatzlage wirklich trägt. Führung auf Zeit ist dasselbe Handwerk wie Executive Search, nur mit der Stoppuhr in der Hand.

Quellen DDIM Marktstudie 2025 und DDIM-Definitionen · AIMP Marktstudie DACH 2024/25 (20. Ausgabe) · EO Executives und DDIM, Interim Management Report 2025 · Ludwig Heuse, Interim Management in Deutschland (RoIM, Tagessätze) · IW Köln, Fachkräftemangel: Hemmschuh für den Pharmastandort Deutschland (2024, im Auftrag des vfa) · Bundesagentur für Arbeit via Statista (Vakanzzeit) · Stepstone (Januar und März 2025) · Pro Generika, Mitgliederbefragung 2024 · BfArM-Lieferengpassliste · Fortune Business Insights (CDMO-Marktvolumen, Schätzwert) · Novo Holdings und Catalent, Unternehmensmitteilungen · Bayer, Unternehmens- und Pressemitteilungen · §§ 14, 15, 19 AMG · AMWHV · § 52a AMG · §§ 7, 7a SGB IV · Bundestag, Wissenschaftliche Dienste WD 6-029-25 · EU-GMP Annex 1 und Annex 16 · AÜG
Typische Einsatzlagen

Wenn Zeit die Besetzung
diktiert.

Vier Konstellationen, die in Pharma und Life Sciences immer wiederkehren. Jede davon ist ein präzise lösbares Interim-Mandat, wenn das Netzwerk die richtigen Profile kennt.

  1. Nach der Inspektion: Remediation unter Behördenblick.

    Ein Inspektionsbericht listet kritische Findings, die Contamination Control Strategy gilt als unvollständig, die Nachbegehung ist terminiert. Gesucht wird eine Interim-QA-Leitung, die Remediation-Programm, CAPA-Abarbeitung und Behördenkommunikation führt und ein solches Verfahren schon einmal durchgestanden hat.

    GMP-Remediation QA-Leitung Annex 1
  2. Die QP fällt aus: Freigabe ohne Unterbrechung.

    Die benannte Sachkundige Person verlässt das Unternehmen kurzfristig. Ohne QP keine Chargenfreigabe, ohne Freigabe keine Lieferfähigkeit. Gesucht wird eine qualifizierte Interim QP, deren Benennung die Behörde ohne Reibungsverlust akzeptiert, bis die Dauerbesetzung steht.

    Sachkundige Person § 14 AMG Chargenfreigabe
  3. Carve-out: das Werk braucht Führung, bevor die Organisation steht.

    Ein Standort wechselt den Eigentümer, Funktionen der Konzernmutter fallen weg, die Mannschaft ist verunsichert. Gesucht wird ein Interim Site Head, der Betrieb, Audit-Fähigkeit und Übergang parallel führt und die neue Organisation mit aufbaut.

    Carve-out Site Head CDMO
  4. Die Brücke: Interim hält, Search besetzt.

    Eine Schlüsselposition ist vakant, die reguläre Suche braucht ihre Zeit, das Geschäft nicht. Interim-Besetzung und Executive Search laufen parallel, mit dokumentierter Übergabe als Teil des Auftrags. Keine Dauerabhängigkeit, kein Kompromiss aus Dringlichkeit.

    Vakanzüberbrückung Executive Search Übergabe
Die Märkte dahinter
01 / Rx Specialty Pharma

AMNOG. Launch Excellence.
Evidenz.

Das Zeitfenster für den Marktzugang schließt sich schneller als je zuvor. Wir finden die Strategen, die vom ersten Tag an HCP-Access und Erstattungswert synchronisieren.

Sales Strategy Omnichannel Marketing KOL-Management Medical Affairs
Deep Dive
02 / OTC & Consumer Health

Pharma meets
FMCG Speed.

Die Customer Journey endet nicht am HV-Tisch. Wir besetzen Experten für Omnichannel-Strategien, DTC-Modelle und digitales Trade Marketing, die den modernen Healthcare-Konsumenten dort abholen, wo er sucht.

Apothekenvertrieb Drogerie & LEH DTC & Love Brands E-Commerce
Deep Dive
03 / Generics & Biosimilars

Volume Strategy.
Margin focus.

Generika & Biosimilars Player brauchen Macher. Wir identifizieren Talente für Tender-Strategy, Business Development und Supply Chain Excellence, die im harten Preiswettbewerb die entscheidenden Prozentpunkte für Ihr Portfolio herausholen.

Tender Management Portfolio Strategy Supply Chain
Deep Dive
04 / CDMO & GMP Manufacturing

Industrial Scale
GMP-Compliance.

Vom Rohstoff bis zum fertigen Batch. Wir finden die Führungskräfte für Site Management und Supplier Quality, die für reibungslose Audits und höchste Effizienz in Ihren Werken sorgen.

Tech Transfer Annex 1 OEE / OTD
Deep Dive
FAQ Interim Management Pharma

Häufige Fragen.

Interim Management ist der befristete Einsatz externer Führungskräfte zur Übernahme temporärer Managementaufgaben, so definiert es die Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM). In der Pharmaindustrie heißt das: Eine erfahrene Führungskraft übernimmt auf Zeit operative Linien- oder Projektverantwortung, etwa als Werksleiter, QA-Leitung, Sachkundige Person oder Geschäftsführer, mit klarem Auftrag und definiertem Ende.

Der Unterschied zur Unternehmensberatung: Interim Manager empfehlen nicht nur, sie setzen selbst um und tragen Ergebnisverantwortung in der Linie. Der Unterschied zur Zeitarbeit: Interim Manager sind selbständige Unternehmer, keine überlassenen Arbeitnehmer. Im GMP-Umfeld kommt eine dritte Dimension dazu: Regulierte Funktionen verlangen nachweisbare Qualifikation, teils mit behördlicher Benennung.

Die belastbaren Studienwerte: Die DDIM Marktstudie 2025 nennt für 2024 einen durchschnittlichen Tagessatz von 1.302 Euro, die AIMP-Marktstudie 2024/25 für Deutschland 1.338 Euro, für Österreich 1.282 Euro und für die Schweiz 1.712 Euro. Pharma-spezifische Sätze weist keine der Studien separat aus; regulierte Schlüsselrollen wie Sachkundige Person oder Werksleitung liegen erfahrungsgemäß am oberen Ende des Korridors.

Zur Einordnung gehört die Vollkostenrechnung: Nach einer DDIM-Beispielrechnung verursacht ein festangestellter Senior Manager mit 120.000 Euro Bruttojahresgehalt inklusive aller Nebenkosten rund 247.000 Euro im Jahr, auf 190 produktive Tage gerechnet ein realer Tagessatz von 1.301 Euro. Der Interim-Tagessatz enthält dagegen bereits soziale Absicherung, Ausfallzeiten und Akquisition, ohne langfristige Bindung.

Die Branche wirbt mit fünf bis zehn Tagen, manche versprechen 48 Stunden. Das sind Werbeversprechen; unabhängig gemessen hat sie niemand. Gemessen ist die andere Seite: Bei regulärer Besetzung lag die durchschnittliche Vakanzzeit laut Bundesagentur für Arbeit 2024/25 bei rund 160 Tagen, Anfang 2025 zeitweise bei 180.

Realistisch gilt: Ein passender Interim Manager steht in Tagen bis wenigen Wochen im Werk, nicht in Monaten, sofern das Netzwerk die Profile bereits kennt. Genau das ist unsere Arbeit: Wir kennen Verfügbarkeit und Qualifikation der Kandidaten, bevor die Anfrage kommt, nicht erst danach.

Festanstellung rechnet sich für Daueraufgaben. Interim rechnet sich, wenn Zeit der Engpass ist: bei Vakanzen, Remediation, Transformation oder Sonderprojekten. Der Tagessatz liegt nach Marktdaten 30 bis 60 Prozent über dem rechnerischen Tageskostensatz einer Festanstellung, dafür entfallen Gehaltsnebenkosten, der Onboarding-Verlust der ersten Monate, Vermittlungskosten von 25 bis 35 Prozent eines Zieljahresgehalts und das Fehlbesetzungsrisiko einer langfristigen Bindung.

Die Heuse-Studienreihe beziffert den Return on Interim Management auf 5,82 Euro je investiertem Euro; in einem Fünftel der Projekte das Zehnfache. Die Zahl stammt von einem Anbieter, beruht aber auf einer langjährigen Befragungsreihe mit über 900 Interim Managern und ist der beste verfügbare Richtwert.

Ja. Externe beziehungsweise beauftragte Sachkundige Personen sind marktüblich und rechtlich vorgesehen. Voraussetzung ist, dass die Person die Qualifikationsanforderungen des § 15 AMG erfüllt und gegenüber der zuständigen Behörde benannt und überprüft ist. § 15 Absatz 6 AMG erleichtert den Wechsel: Eine nach behördlicher Überprüfung rechtmäßig ausgeübte QP-Tätigkeit berechtigt auch zur Ausübung im Zuständigkeitsbereich einer anderen Behörde.

Nicht delegierbar ist die Verantwortung selbst: Die Chargenzertifizierung nach EU-GMP-Leitfaden Annex 16 ist persönliche Aufgabe der QP und kann nur an eine andere Sachkundige Person übertragen werden. Eine Interim QP ist damit möglich, aber nur mit formal nachgewiesener Sachkenntnis und sauberer behördlicher Benennung, nicht als informelle Aushilfe.

§ 15 AMG verlangt die Approbation als Apotheker oder ein abgeschlossenes, mindestens vierjähriges Hochschulstudium der Pharmazie, Chemie, pharmazeutischen Chemie und Technologie, Biologie, Human- oder Veterinärmedizin, dazu mindestens zwei Jahre praktische Tätigkeit in der qualitativen und quantitativen Arzneimittelanalyse und sonstigen Qualitätsprüfungen. Nicht-Apotheker müssen zusätzlich definierte Fächerkenntnisse nachweisen.

Nach § 19 AMG verantwortet die Sachkundige Person, dass jede Charge entsprechend den Vorschriften hergestellt und geprüft wurde, und bescheinigt dies in einem fortlaufenden Register. Für interimistische Einsätze heißt das: Die Qualifikation muss dokumentiert vorliegen, bevor die Behörde benennt, und die Benennung muss stehen, bevor freigegeben wird.

Nicht per se. Entscheidend ist die Gesamtwürdigung nach § 7 SGB IV: Weisungsgebundenheit in Zeit, Ort und Art der Tätigkeit, Eingliederung in die Betriebsorganisation, unternehmerisches Auftreten mit mehreren Auftraggebern und eigenes wirtschaftliches Risiko. Professionelle Interim-Mandate mit Projektcharakter, zeitlicher Begrenzung und Gestaltungsfreiheit sprechen in der Regel für echte Selbständigkeit. Kritisch wird es bei reiner Dauer-Vakanzüberbrückung, wenn ein Externer exakt dieselbe Linienfunktion ausfüllt wie Vorgänger und Nachfolger.

Seit der Reform 2022 stellt die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund im Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV nur noch den Erwerbsstatus fest, auf Wunsch als Prognoseentscheidung schon vor Tätigkeitsbeginn und als Gruppenfeststellung für gleiche Vertragsverhältnisse. Aktuelle Rechtsprechung des Bundessozialgerichts von 2024 prüft branchenübergreifend streng: Ein hoher Tagessatz allein schützt nicht, eine GmbH-Konstruktion auch nicht. Sorgfältige Vertrags- und Einsatzgestaltung gehört deshalb in jedes Mandat.

Beim Interim-Management-Dienstvertrag bestimmt der Interim Manager Arbeitszeit, Einsatzort und Vorgehen im Rahmen des Auftrags selbst und bleibt selbständiger Unternehmer. Bei der Arbeitnehmerüberlassung wird er befristet angestellt, das Weisungsrecht geht auf den Auftraggeber über, der ihn in seine Organisation eingliedert; dafür braucht der Überlassende eine Erlaubnis nach dem AÜG. Seit der AÜG-Reform 2017 sind verdeckte Überlassungen sanktioniert, eine Vorratserlaubnis schützt nicht mehr.

Zur Unternehmensberatung ist die Abgrenzung funktional: Berater analysieren und empfehlen, Interim Manager übernehmen operative Linien- oder Führungsverantwortung und setzen selbst um. In der Praxis ist das der Kern des Modells: Verantwortung in der Linie, auf Zeit, mit definiertem Auftrag.

Im Werk und in der Qualität: Werksleiter und Site Head, Produktionsleiter, Leitung Qualitätskontrolle, QA-Leitung, Sachkundige Person nach § 14 AMG, Herstellungs- und Kontrollleiter nach AMWHV, Technik und Engineering, Supply Chain. In Führung und Markt: Geschäftsführer und CEO, CFO, Transformations- und Integrationsrollen, kommerzielle Führungsrollen und Launch-Management.

Die Nachfrage konzentriert sich dort, wo Vakanz sofort weh tut: in GMP-kritischen Funktionen, deren Fehlen Freigabe, Lieferfähigkeit oder Betriebserlaubnis berührt, und in Umbruchsituationen, in denen Erfahrung aus vergleichbaren Projekten zählt. Einsatzgründe laut EO Report 2025: Change Management 31,2 Prozent, Krisenmanagement 13,8 Prozent, temporäre Ergänzung des Führungsteams 13,5 Prozent.

Vier belegbare Treiber. Erstens der Fachkräftemangel: Laut IW-Gutachten im Auftrag des vfa konnte 2023 jede vierte offene Stelle der Pharmaindustrie rechnerisch nicht besetzt werden, bundesweit fehlten rund 176.000 Fachkräfte in pharmarelevanten Berufen. Zweitens Restrukturierungen: Bayer hat die Belegschaft zwischen Juni 2023 und Ende 2024 von 102.048 auf 92.815 reduziert und schließt den Standort Frankfurt am Main bis Ende 2028.

Drittens Regulatorik: Der neue EU-GMP Annex 1 ist seit August 2023 verbindlich; eine unvollständige Contamination Control Strategy gilt bei Inspektionen als Major Deficiency und erzeugt kurzfristigen Remediation-Bedarf. Viertens Konsolidierung: Der CDMO-Markt sortiert sich neu, der größte Deal 2024 war die Übernahme von Catalent durch Novo Holdings für rund 16,5 Milliarden US-Dollar. Carve-outs, Integrationen und Werksschließungen erzeugen genau die Übergangssituationen, für die Interim Management gebaut ist.

Nach DDIM-Angaben dauert etwa die Hälfte der Mandate sechs bis zwölf Monate, der Rest kürzer, einzelne bis zu drei Jahre. Die Auslastung liegt laut den Studien zwischen rund 134 Einsatztagen (AIMP 2024) und 172 Tagen (EO/DDIM Report 2025) pro Jahr.

Für Auftraggeber wichtiger als die Dauer ist das definierte Ende: Ein gutes Mandat hat einen Auftrag, messbare Ziele und eine dokumentierte Übergabe, an die Organisation oder an die dauerhafte Besetzung, die parallel per Executive Search gefunden wird.

Am Markt sind zwei Modelle üblich. Im Providermodell ist der Provider Vertragspartner des Kunden und finanziert sich über einen laufenden Aufschlag auf den Tagessatz; marktüblich sind 25 bis 35 Prozent (AIMP). In einem dokumentierten Rechenbeispiel zahlt der Kunde 1.200 Euro pro Tag, davon erreichen 900 Euro den Interim Manager. Dieser Aufschlag ist legitim, er finanziert Projektbegleitung und Infrastruktur, ist für den Kunden aber oft nicht sichtbar.

ANDRIS Consulting arbeitet im Vermittlungsmodell mit einmaliger Finding Fee: Der Dienstvertrag kommt direkt zwischen Unternehmen und Interim Manager zustande, der Tagessatz wird offen verhandelt und bleibt ungeteilt beim Manager. Keine laufende Marge, keine versteckten Provisionen. Das stellt beide Seiten besser: Das Unternehmen sieht die echten Kosten, und der Manager hat den vollen Satz als Motivation, das Mandat exzellent zu führen.

Der Markt ist dreigeteilt: Interim-Provider und Sozietäten (in der DACH-Region nahe 200, darunter etablierte Häuser wie Atreus, EIM, Management Angels, Ludwig Heuse oder die Deutsche Interim AG), digitale Plattformen, die Profile aus Datenbanken matchen, und spezialisierte Boutiquen. Einen Life-Sciences-Fokus haben unter anderem die Aristo Group und einzelne unabhängige Spezialisten.

ANDRIS Consulting, die Pharma-Boutique aus München, vermittelt Interim Manager ausschließlich für Pharma und Life Sciences: mit persönlicher Kenntnis der Kandidaten, Diskretion und der Option, die Dauerbesetzung per Executive Search direkt anzuschließen. Jedes Mandat liegt durchgehend in einer Hand: Die Seniorität, die den Auftrag gewinnt, führt auch die Suche.

An fünf prüfbaren Kriterien. Erstens: Er versteht die Einsatzlage, bevor er Profile schickt. Remediation ist kein Change-Projekt, ein Carve-out keine Vakanzüberbrückung. Zweitens: Er kennt die regulatorische Mechanik, von § 14 AMG über die AMWHV-Funktionen bis Annex 1, und prüft Qualifikationsnachweise, bevor die Behörde fragt. Drittens: Er kennt seine Kandidaten persönlich und weiß aus früheren Einsätzen, was sie können.

Viertens: Er spricht offen über Konditionen, Tagessatz-Korridor, Nebenkosten und Vertragsmodell, statt Zahlen zu vernebeln. Fünftens: Er denkt über das Mandat hinaus, mit sauberer Übergabe und, wo sinnvoll, der Brücke zur Dauerbesetzung per Executive Search. Jedes Kriterium lässt sich im Erstgespräch testen. Genau daran lassen wir uns messen.