Das Potenzial stand längst im Regal.
Ein im deutschen Handel bekannter Hersteller für Selbstmedikation und Selfcare, mitten in einer Wachstumsphase. Das Portfolio reicht über drei Produktkategorien zugleich: Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik und Körperpflege sowie frei verkäufliche Arzneimittel. Vertrieben wird über die stationäre Apotheke, vor allem aber über die Drogeriemärkte, wo die Produkte große Regalflächen einnehmen und die Sichtbarkeit am Point of Sale über den Erfolg entscheidet.
Innerhalb des Portfolios war eine Produktgruppe über Jahre quer durch alle drei Kategorien gewachsen. Dazu gehört ein traditionsreicher Wärmebalsam, den das Unternehmen als Lizenzpartner eines asiatischen Herstellers exklusiv für den deutschen Markt vertreibt: ein Produkt mit hoher Bekanntheit und treuer Stammkäuferschaft. Das Potenzial dieser Gruppe war erheblich, doch es blieb ungenutzt. Die Verantwortung lag verstreut über mehrere Funktionen, niemand führte das Marketing der Gruppe aus einer Hand.
Das Ziel der Geschäftsführung war nicht, den Status zu verwalten, sondern zu wachsen: den Anteil in der Drogerie ausbauen, das Lizenzprodukt skalieren, die drei Kategorien unter einer gemeinsamen Strategie zusammenführen. Dafür brauchte es zum ersten Mal eine Marketing-Gruppenleitung mit echter end-to-end-Verantwortung für das Marketing der Gruppe, vom Regal über die Kampagne bis zur Marge.
Der erschwerende Rahmen: Der Unternehmenssitz liegt im ländlichen Raum, abseits der bekannten Hotspots der Konsumgüterindustrie. Wachstum in dieser Phase verlangt Präsenz und Verbindlichkeit vor Ort, und genau dort wurde die Personalfrage zur eigentlichen Hürde.